Leben in der Wohnstätte Hans Schumm

 

 

In unserer Wohnstätte "Hans Schumm" leben Menschen mit Beeinträchtigung in Gruppen, die durch Fachpersonal  rund um die Uhr betreut werden.

 

Hierzu gehört der Tagesablauf genauso wie die Freizeitgestaltung.

 

Zur Zeit leben 58 Bewohnerinnen hier.

 

Bewohner/innen können hier auch dann wohnen bleiben, wenn sie in Rente gehen oder Pflegebedürftig werden.

 

 

Entstehung der Wohnstätte

 

Über 30 % der Werkstattbeschäftigten benötigen einen Wohnheimplatz. Um diesen Bedarf zu decken, hat der DRK Kreisverband im Jahre 1983 ein Wohnheim mit 45 Plätzen in Betrieb genommen. In diesem Wohnheim wohnen auch heute noch ausschließlich Werkstattbeschäftigte der Lebenshilfe. Die neu geschaffenen Wohnheimplätze reichten allerdings schon damals nicht aus. Der Vorstand der Kreisvereinigung hatte daher in den frühen achtziger Jahren beschlossen, ein geeignetes Grundstück zu suchen, um darauf ein eigenes Wohnheim zu bauen. In der Mitte der achtziger Jahre erwarb die Kreisvereinigung Bad Kreuznach ein ca. 26.000 m² großes Grundstück am Agnesienberg. Nachdem die Stadt Bad Kreuznach einer Änderung des Flächennutzungsplanes und einem vorgelegten Bebauungsplan zugestimmt hatte, konnte die Kreisvereinigung den Auftrag für die Planung eines eigenen Wohnheimes auf diesem Grundstück vergeben und im September 1995 ihr erstes Wohnheim mit 45 Plätzen in

Betrieb nehmen.

 

Am 1. Mai 2004 zogen schließlich die ersten Bewohner und Bewohnerinnen in diesen Erweiterungsbau ein. Im Wohnbereich Agnesienberg bietet die Lebenshilfe heute insgesamt 58 Wohnheimplätze für (ehemalige) Werkstattbeschäftigte an.  Schon in der ersten Phase der Schaffung von  Wohnheimplätzen am Agnesienberg Mitte der  90er Jahre wurde viel Wert auf die Individualität  und Funktionalität der Räumlichkeiten gelegt.

Vom Einzelzimmer bis zur Dreizimmerwohnung  ist das Wohnraumangebot bedarfsgerecht  abgestimmt worden. Gleichzeitig besteht  sowohl die Möglichkeit innerhalb einer jeweiligen  Wohngruppe den zugehörigen Gemeinschaftsraum  und die integrierte Küche als auch  den großen Gemeinschafts- bzw. Speisesaal  und die Heimküche zu nutzen.

 

„Zu Hause sein“ und „sich wohl fühlen“, sind  zwei wichtige Leitmotive des Wohnheimkonzeptes.  Eine Förderung findet in diesem Zusammenhang  vor allem in den Bereichen Gruppenfähigkeit,  Training des Sozialverhaltens

und Erlernen von Fähigkeiten bei der täglichen Selbstversorgung statt. Auch der Abbau von Berührungsängsten wird als wichtiger Integrtionsaspekt groß geschrieben. Deshalb wird auf  die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen

und am Vereinsleben großer Wert gelegt.

 

Steht bei den Werkstätten die tagesstrukturierende  Wirkung der Arbeit im Vordergrund, so sieht das Wohnheim seine Aufgabe nicht zuletzt in der Strukturierung der übrigen Zeit,  also auch der Freizeit der Menschen. Hierzu

steht den Bewohnern und Bewohnerinnen am  Agnesienberg ein parkähnlicher Garten zur  Verfügung. Wochenendausflüge, Besuche von  Veranstaltungen, Ferienfahrten, Sportangebote,  individuelle Alltagsbegleitung, SeniorInnenbetreuung,  Tätigkeiten „rund ums Haus“  und vieles mehr runden das Angebot ab.

 

In der Trainingswohngruppe der Wohnstätte Hans Schumm leben darüber hinaus sieben Menschen, die für ein Leben außerhalb der  Wohnstätte vorbereitet werden. Hierzu gehört  das Training von Alltagspraktiken wie zum

Beispiel Einkaufen von Lebensmitteln, Wäsche  waschen, Kochen und die Strukturierung der  Freizeit unter der Assistenz einer pädagogischen  Fachkraft.  Dies hat zur Folge, dass seit Bestehen des  Wohnheims 15 Menschen aus dem Wohnheim  ausgezogen sind und alleine oder als  Paar in einer angemieteten Wohnung in der  Stadt leben.

 

Erweiterung durch Neubau 2004

 

Bereits nach einigen Jahren reichte die Kapazität  an Wohnheimplätzen nicht mehr aus, um  den Bedarf zu decken. Auch im Hinblick auf  die Erweiterung der Lebenshilfe Werkstätten  wurde daher bei den zuständigen Kostenträgern

für Wohnheimplätze ein Erweiterungsbau  für 13 Plätze beantragt  Dabei ging es sowohl darum, das bewährte 

altersgemischte Wohngruppen- Konzept fortzusetzen,  als auch darum, neue Erkenntnisse  und Erfahrungen umzusetzen. So wollen wir  uns darauf einstellen, dass unsere langjährigen  Bewohner und Bewohnerinnen auch ihren  Lebensabend bei uns verbringen können.

 

Das neue Haus ist daher rollstuhlgerecht und  ermöglicht problemlos, Menschen pflegen zu  können. Dem entsprechen auch interdisziplinäre  Personalkonzepte und eine große Bereitschaft  zur Zusammenarbeit mit vielfältigen  ambulanten Fachdiensten.  Das neue Gebäude ist mit zehn Ein- und drei  Zwei-Zimmer-Appartments in einer Größe  zwischen 32 und 48 Quadratmetern ausgestattet. 

Ein großzügiger Aufenthalts- und  Speiseraum befindet sich im Erdgeschoss, ein  von Licht durchflutetes Atrium im Herzen  des Gebäudes. Licht fließt auch in alle Zimmer  und gibt dem Ganzen eine freundliche  Innenatmosphäre.

 

Auch der Erweiterungsbau war nur möglich,  weil sich betroffene Familien engagierten und  das Finanzierungskonzept unterstützen.  Mit dem seniorengerechten Ausbau der Wohnstätte  trägt die Lebenshilfe Bad Kreuznach  dazu bei, eine Lücke in der Betreuung von  behinderten Menschen zu schließen, die sich  in den letzten Jahrzehnten immer mehr auftat  und auch für die Zukunft eine weitere Herausforderung  darstellt.